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23. Roruper Abendlauf Dülmen von Stefan Geiß

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Einschub: von Stefan Geiß

Ich hatte mir im Laufe des Freitags kaum Gedanken über den Lauf am Freitagabend gemacht, eher über das bescheidene Wetter, das sich alle 15 Minuten veränderte. Eigentlich wollte ich ja gar nicht, aber bei der Konstellation, danach ein "freies" Wochenende zu haben, war der Anreiz zu groß und der innere Schweinhund verlor. Als ich im dann bei der Ankunft Günther mit Anhang traf, waren alle Zweifel über die Länge wie weggeblasen, ich meldete mich für den Halben nach. Zurück am Auto traf ich auch den Rest der Bande, Frank Rohmann, Dieter Pelzer und Klaus Halbscheffel. Nach kurzem Einlaufen und ein paar Informationen aus jahrelanger Erfahrung von Peter Mäder und Günther, konnte es losgehen. Das Wetter war hier im Norden viel konstanter und sollte sich bis auf den kräftigen Wind bis zum Ende der Veranstaltung halten, verdienter Maßen. Da stand ich nun am Start und wusste nicht, was ich so laufen sollte, vorbereitet hatte ich mich in den letzten Wochen eher auf schnelle "Fünfer". Noch vor einem Jahr waren die Jahreshöhepunkte jeweils ein Halbmarathon im Frühjahr und einer im Herbst. Aber seit diesem Jahr ist ja einiges anders geworden, den ersten Halbmarathon schon am 11.01 in Egmond, danach zur Vorbereitung zum ersten Marathon noch zwei weitere und nun eben mal den Vierten. Also einfach mit Frank und Günther mitlaufen, müsste ja klappen bei meiner Grundfitness. Und wer kommt unverhofft kurz vorm Start angelaufen, Thomas Toepper, kurzfristig von einer Familienveranstaltung eher weggekommen, und fragt mich, was ich denn so laufen möchte und wo meine Bestzeit liegt, er macht das schon. Tja, was soll man da sagen: "Dann bitte ein gleichmäßiges Tempo in 4:15 mit Endzeit 1:29:30." Gesagt getan. Dieter spurtete los, und wir im anvisierten Tempo hinterher. Thommy zeigte mir den richtigen Platz neben sich, immer im Windschatten, und erklärte mir die folgenden Kilometer bis ins Detail (man kam sich vor wie im Ralleywagen, spektakulär). Das lenkte ab, inspirierte u.a. auch die bei uns Laufenden, die mir zusätzlich Windschatten boten und brachte uns problemlos über die erste Runde, wir waren im Zeitplan. Die 10er bogen ab und wir begaben uns auf die zweite, für mich weit schwierigere Runde, das Tempo zu halten. Thommy gab alles, unterhielt mich, holte mir Wasser, was willste mehr. Aber bei der einen oder anderen Schwächephase war auch er machtlos, so war klar, es würde sehr knapp werden. Ich lief die letzten 5 Kilometer am absoluten Leistungslimit, die Muskeln im Oberschenkel brannten und die Lunge pumpte ohne Ende. Wenn der Zieleinlauf geradeaus gegangen wäre..., aber man musste die letzten 300 Meter auf eine Platzanlage einlaufen, und das Ganze auf weichem Rasen, ich konnte mich nur noch ins Ziel retten und fühlte mich danach erst einmal richtig beschissen, 7 Sekunden, viel Platz bleibt jetzt nicht mehr, bevor die 1:30 fällt. Thomas saß zu diesem Zeitpunkt bereits im Auto nach Hause, für ihn war's nicht mehr als Auslaufen, aber einen herzlichen Dank von dieser Stelle aus, Bestzeit ist Bestzeit. Ich war schon lange nicht mehr in einem so fertigen körperlichen Zustand, leide Montagvormittag immer noch vor mich hin, obwohl ich gestern langsam ausgelaufen bin, selbst nach dem Marathon ging es mir nach zwei Tagen wesentlich besser. Das Fazit lautet somit, Training ist eben alles, auch in Hinsicht auf einen Halbmarathon (längster Trainingslauf in den letzten 6 Wochen nach dem Marathon waren lockere 20 km), besonders wenn man die Bestzeit angreifen möchte, aber da konnte ich ja eigentlich nichts für, der Thommy hat mich ja sozusagen mit diesem Angebot dazu genötigt.....