Sauerland und das Bier von Klaus Eickel
Taktieren, das habe ich beim Loermecketurmlauf etwas probiert. Zu allererst musste ich mit mir selbst, meinem Magen und dem allgemeinen Befinden taktieren. Warstein - die Stadt des Biers im Sauerland - war dieser Tage Schauplatz von Europas größtem Ballonfestival. Tags Ballonfahrten, abends am schicken Brauereigelände Bier, Lichter und Party. Der Nightglow, das Beheizen am Boden verankerter Ballone bei Nacht, ist sicherlich ein Highlight und so konnte ich mich mit einigen Freunden auch gut in Feierstimmung bringen. Getanzt wurde dann auch bis 3 Uhr und als ich nach dem Eierbacken um 4 Uhr im Bett lag, war mir das Vorhaben "Loermecketurmlauf" etwas entfernt vorgekommen. Am kommenden Mittag um 13 Uhr sollten aber Tatsachen folgen. Am Start waren einige starke Läufer, die ich noch so halb von früheren Läufen in der Heimat kannte. Das war mir aber eigentlich auch erst mal egal - ich hatte genug mit mir zu tun.
Am Start aber auch wieder Lucien Cramer, die Frau, die eigentlich immer die Frauenklasse gewinnt und auch mal eine Sub 39 auf 10 km läuft. Am Ende natürlich auch wieder erste Frau in rund 1:01 Std.
Nach etwas "Laeufer-Blabla" ging's dann auch los....
Erst mal nur bergauf. Und nach dem ersten km lag ich auf 6. Position, der Vordermann gut 20 m vor mir. Komischerweise merkte ich, dass es bergauf ganz gut geht - eher untypisch bei mir - ich kam an ihn ran, nahm wieder etwas raus und wir liefen bis 4 km zusammen. Beim 3 km war mir kurz mal ganz "komisch", warm und zitterig und ich musste mich nur irgendwie am Laufen halten, sonst wäre das nicht gut ausgegangen..... Dann kam ein wirklich knackiger Anstieg von gut 200 m Länge und als ich mich umdrehte, ging der andere. Ich schaffte es noch die gut 100 m bis zum 4 Platzierten aufzuholen und oben am Loermecketurm liefen wir zusammen. Da ich merkte, dass er bergab besser laufen lassen konnte als ich. Der Grund: ich hatte die leider nur die alten "Lidle-Treter" von 2006 für 10 EUR dabei und merkte bei den nach Kyril frisch aufgeschotterten Wegen jeden verdammten Stein. (Die Fußsohlen schmerzen auch den Tag danach immer noch recht ordentlich) So blieb ich erst mal einfach bei ihm, lief meist aber vorn. Rund 3 km vorm Ziel kam nach einem langen Stück bergab eine Gerade, da zog ich nochmal an und setzte mich ab. Bis ins Ziel, wieder am Brauereigelände, hatte ich dann so rund eine Minute rausgelaufen. Am Ende standen 57:28 min auf 14.65 km mit 308 Anstieg auf sch.... spitzen Schotter.
Mein Resümee, der Lauf ist mit 5 EUR echt ein Schnäppchen, da nehm ich auch die eine Dusche / Badewanne in Kauf, die es nur gab. Genaugenommen war es ein Badezimmer in der Reithalle und einige leere Räume nebenan zum umziehen. Das nächste Mal einfach andere Schuhe an, und es gibt kaum was Besseres um einen drohenden Kater los zu werden ;-)





