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Bericht zum 6-Stunden-Lauf in Troisdorf

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Nadine M. Schöneck-Voß, Bochum und Bremen:

Bericht zum 6-Stunden-Lauf in Troisdorf am Sonntag, den 08. November 2009
 
Wer einmal dem Stress einer neuen persönlichen Bestzeit entgehen (respektive entlaufen) möchte, dem lege ich eine Teilnahme am 6-Stunden-Lauf in Troisdorf – das liegt nahe Köln – ans Herz. Da geht’s allenfalls um eine „persönliche Beststrecke“, denn Sieger(in) wird, wer die längste Strecke in vorgegebener Zeit zurücklegt. – Die Siegerstrecken in diesem Jahr: Gino Casier (M 35) mit 81,930 km und Tanja Hooß (W 40) mit 78,529 km. Ich selbst lief mit 53,913 km auf den 20. Platz (Frauen Gesamtliste) und den 3. Platz in der W 30. Doch nun der Reihe nach…
Gegen Ende eines recht turbulenten Jahres 2009 – mit Abschluss meiner Doktorarbeit, zwei Jobwechseln, einem halben Umzug von Bochum nach Bremen und (unter anderem) fünf Marathonläufen – sollte dieser 6-Stunden-Lauf, auf den mich Tim Schulz, ein Bochumer Vereinskollege, bereits vor längerer Zeit aufmerksam machte, für mich in allererster Linie ein Supersauerstofflauf mit maximaler Fettverbrennung werden. Nach meinem vorletzten Marathon am 13. September 2009 in Münster – dort ging ich als Brems- und Zugläuferin für (knapp) unter vier Stunden an den Start – war ich etwas faul und dicklich geworden.
Am Wettkampftag, der erwartungsgemäß herbstlich startete, hatte ich keine so rechte Lust, mich von Bochum auf den Weg nach Troisdorf zu machen, aber glücklicherweise war ich bereits angemeldet und zu knausrig, die bereits überwiesenen Euro 32,- zu verpennen. Ich raffte mich also auf – und das war ein lohnenswertes Unterfangen!
Die Leute von der Troisdorfer LG – M.U.T. steht übrigens für „Marathon und Ultra Team“ – waren sehr nett und erwiesen sich als eine bestens eingespielte Truppe; die Organisation des 9. Troisdorfer 6-Stunden-Lauf war hervorragend!
Man geht um 10.00 Uhr im Aggerstadion an den Start und dreht möglichst viele Runden auf einem 2,5 km langen, landschaftlich abwechslungsreichen Rundkurs, der absolut flach, nicht windanfällig und zu 80% asphaltiert ist. Dank ChampionChip wird die Zahl der gelaufenen Runden zuverlässig ermittelt – was wirklich von Vorteil ist, denn irgendwann hatte ich beim Versuch, mitzuzählen, den roten Faden verloren. Einmal pro Runde läuft man an einer üppigen Verpflegungsstation vorbei, an der es neben reichlich Catering (Bananen, Waffel- und Müsliriegelstückchen, Schokolade) auch mild gewärmte Getränke – sogar warme Cola! – gibt. Um 16.00 Uhr ertönt ein lauter Knall, alle Läuferinnen und Läufer bleiben auf der Stelle stehen, und es schwärmen die Reststreckenvermesser mit „Rädchen“ aus.
Insgeheim hatte ich gehofft, einen an sich bekömmlichen „6er-Schnitt“ halten zu können – dann wäre ich auf 60 km gekommen –, aber zu groß war die Versuchung, fünf Mal das stille Örtchen aufzusuchen (die Langläuferinnen und -läufer der LGO Bochum kennen meine diesbezügliche Neigung) und zwei Mal am nahe geparkten Auto vorbeizulaufen, um den iPod shuffle mit der Country-Musiksammlung abzulegen und – später – die Schuhe zu wechseln, von „schnell“ (Asics DS Trainer) auf „komfortabel“ (Asics Nimbus)… So vergeht die Zeit auch, und der anvisierte „6er-Schnitt“ ist rasch dahin.
Aber nicht schlimm! Troisdorf 2009 sollte für mich ja nicht wesentlich mehr sein, als ein grandioses sonntägliches Langlauferlebnis – und das war es zweifellos auch! Ganz besonders hat mich beeindruckt, dass ich unterwegs Namen hörte – der unterhaltsame Stadionsprecher war nahezu von überall auf dem Rundkurs zu hören –, die ich bereits aus den 1980er Jahren als Konkurrenten meines damals „ultralang“ laufenden Vaters kannte. Wow, diese Damen und Herren sind immer noch laufend unterwegs, Chapeau! Und außerdem: Regina Vollbrecht (WHK), die als blinde (Ultra-)Langstreckenläuferin an den Start ging, lief mir mit bemerkenswerten 67,567 km (6. Platz Frauen Gesamtliste) weit davon. Sie ist auch aktuelle Weltrekordhalterin im Blinden-Marathon der Frauen (3:31 in Hamburg 2005).
Kurzum: Empfehlenswert – wer Spaß daran hat, mal nicht auf die Uhr zu schauen, sondern auf die Strecke!
 
 PS: Nähere Informationen zum 6-Stunden-Lauf in Troisdorf findet Ihr unter www.mutler.de. Der nächste Lauf findet am Samstag, den 13. November 2010, statt.