Langer Winter, kurze Beine…
Nadines Bericht vom diesjährigen Steinfurt Marathon
Am Samstag, den 20. März 2010, wagte ich es, im westfälischen Steinfurt einen Marathon in Angriff zu nehmen. Es war mir schon im Vorfeld klar, dass dieser Lauf zu einer wahren Herausforderung werden würde, denn der (viel zu) lange Winter 2009/10 machte es Hobbyläufern schwer, ein angemessen anspruchsvolles Marathontraining zu absolvieren.
Seit meinem 6-Stunden-Lauf im November vergangenen Jahres in Troisdorf, bei dem ich gerade einmal knapp 54 km hinter mir ließ, konnte ich mich lediglich zu einem einzigen 28 km langen Trainingslauf aufraffen; die übrigen „langen (Sonntags-)Läufe“ überschritten kaum die 23-Kilometer-Marke, und das Tempo- bzw. Intervalltraining fiel komplett flach.
Das Ergebnis im Münsterland: Bis Kilometer 31 konnte ich mich an die Fersen der vier Brems- und Zugläufer für die Zielzeit „unter vier Stunden“ heften. Recht bald danach blieben nicht nur drei der vier Pacemaker – warum auch immer – auf der Strecke, sondern leider musste auch ich mich abseilen. Es ging nicht mehr! Die Power war weg, und die Beine fühlten sich während der verbleibenden elf Kilometer wie abgeriebene Laufwarzen an, also frustrierend unsportlich.
Zu keinem Zeitpunkt zweifelte ich übrigens, irgendwie anzukommen – Hand aufs Herz: Dafür habe ich nach demnächst 50 Marathonläufen den übermäßigen Respekt vor der reinen Distanz verloren. (Der Respekt vor dem für eine persönliche Bestzeit nötigen Tempo ist hingegen geblieben.)
Nur: Wenn ich einmal erkannt habe, dass die „PB“ ohnehin nicht mehr drin ist – dies erkenne ich an Kopfrechenergebnissen, die mich darüber informieren, dass ich ab sofort jeden der verbleiben beispielsweise acht Kilometer in 4:45 laufen müsste; ein für mich gänzlich unerreichbares Tempo –, dann schalte ich um auf den Komfortmodus und trinke an jeder Verpflegungsstation zwei Becher Cola im Gehen…
Nach 4:11:35 (Nettozeit) kam ich schließlich als 3. Frau in der Altersklasse W 35 ins Ziel. Und was hatte ich einmal mehr gelernt? – Es geht nicht (gut) ohne ein marathonadäquates Training! Ich kann nur jedem, der in diesem Frühjahr den ersten Marathon in 2010 anpeilt, raten, sich besser vorzubereiten, als ich es tat.
In diesem Sinne: Keep on running!





