LGO BOCHUM 1981 e.V.

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9. Volksbank Marathon Münster von Dirk Holstein

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Sonntag morgen um 7 Uhr hole ich Dirk und Cornelia sowie Frank ab. Wir müssen noch kurz durch Münster, da Cornelia dort eine Fortbildung hat. Frank hat seinen Flug zum Triathlon-Weltcup in Budapest leider vepasst; dafür unterstützt er uns moralisch (und mich auch körperlich- Beim Umziehen und Krampfwegdrücken nach dem Lauf. Danke auch dafür!) Ein banger Blick auf die Temperatur: 19° . Bitte nicht wärmer!. Im Rennen ist aber wider Erwarten dann fast optimales Laufwetter, kein Wind und gegen Ende sogar etwas Regen.
Zum Lauf:
Nach 6 Herbstmarathons am Baldeneysee musste mal Abwechslung her. Organisatorisch ist es sehr gut gelöst. Man kann fast direkt am Start parken. Der große (leider kostenpflichtige) Parkplatz ist gut und ohne vorherige Straßenabsperrungen zu erreichen. Um 8:20 h sind wir da, leicht angespannt und nicht so richtig gesprächig. Noch Klaus und Stefan getroffen. Stefan möchte einen Teil der Strecke als langen Trainingslauf als Vorbereitung für München im Oktober nutzen.
Frank fragt mich nach dem Zeitziel: 3.07/3:08- bei kaltem Wetter und wenn alles optimal läuft! Kalt ist es nicht und von einem optimalen Lauf habe ich bisher nur gehört. Also irgendwo Richtung 3:10 und alles was drunter ist ist Sahnehäubchen. Dirk, Stefan und ich stehen hinten im roten Block (zwischen 3:00h und 3:15h), Klaus weiter vorne. Der Block ist angenehm leer. Dann geht es los und Stefan begleitet mich bis KM 10. Tempo liegt ziemlich konstant bei 4:30. Dirk ist immer
einige Meter vor uns, aber auch sehr kontrolliert. Stefan läuft ab KM 10 geplant ruhiger und ich schwimme im 4.30er Schnitt mit einer Gruppe. Bei 10 merke ich bereits, dass es gut läuft und bei KM 15 möchte ich etwas forcieren. Ganz nach Greif, der die ersten 15KM etwa 3 Sek über Marathonschnitt empfiehlt um dann ab 15 so um die 3 Sek unter Schnitt zu liegen. Im späteren Abschnitt sollte sich dann das Durchschnittstempo einstellen (soweit die Theorie). Bei 15 fühle ich mich richtig gut und der Schnitt liegt die nächsten KM bei ~4:25! Perfekt. Kurz danach an Dirk vorbei. Merke, dass er nicht reden will und sich auf Lauf und Musik konzentriert. Also ohne Quatschen vorbei. Schnell ist HM erreicht: 1:34:18. Damit ist klar, dass ich nicht im Bestzeitbereich (3:04h) liege, aber ich glaube fest an eine schnellere 2. Hälfte.
Daher wage ich einfach mal was. Ist das jetzt Mut oder Übermut? Das Tempo geht im Schnitt auf 4:20 runter (Bester KM bei 4:14). Habe mir bei KM 20 ein Gel reingewürgt und fühle mich super. Ich sammle nur ein und träume von einer Top 2.Hälfte. Bin zu einer 3er Gruppe aus Oelde aufgelaufen, die sehr konstant und kontrolliert laufen. Sage der Gruppe den KM an: 4:22. Die Gruppe wirft sofort den Anker: zu schnell.  Nicht für mich! Bis KM 28 kann ich mich an kein besseres Laufgefühl im Marathon erinnern. Keine Ermüdung und die KM-Schilder kommen in subjektiv kurzen Abständen. Soweit der schöne Abschnitt. Bei KM 28 merke ich dann, dass das Forcieren zuviele Körner gekostet hat. Die Beine werden schwer und die gute Stimmung am Rande schlägt mit jetzt eher auf Selbige. Bei KM 29 steht dann Klaus, begleitet von Olli,  am Rand und winkt ab. Schade für ihn. Aber er ist so stark und talentiert, dass er mit wenig Aufwand demnächst wieder locker im 2:50er Bereich unterwegs sein wird! Wie ich später erfahre hat er muskuläre Probleme bekommen. Ich rufe ihm noch zu: Zeit ist egal, lauf durch! Aber das ist natürlich nur ein verzweifelter Versuch und Klaus´ und Olli´s Gesichter sprechen Bände. Ab KM 32 beräue ich, dass ich vorher doch schon zuviel auf Druck gelaufen bin. Habe das Gefühl, nicht mehr richtig die Beine zu heben aber die KM bleiben immer noch unter 4:40. Vom Laufgefühl ist es aber eher ein Schleichen.  Dann hat mich das Trio aus Oelde auch wieder ein. Na toll! Die schnellerer 2. Hälfte hat sich erledigt, aber unter 3:10h wird doch wohl drin sein. Wenn ich bei KM 40 unter 3h bin, dann schaffe ich es. Bei KM 40 dann 3:00:12. Das wird eng. Bei KM 41 steht Frank und fordert mich auf zu Beissen. Ich versuche noch mal zu beschleunigen, aber die letzten KM wurden jeweils schleichend langsamer; es ist schwer jetzt noch zu mobilisieren. Erschwerend kommt hinzu, dass ich den Kurs nicht kenne und eh keine
Bestzeit ansteht. Da gibt man was geht, aber eben nicht alles. Das Ziel sieht man lange nicht. Kurz vor Schluss geht es auch noch durch eine kleine Sandgrube, da die Straße gerade aufgerissen wurde. Dann noch ein Kurve und unmittelbar dahinter - endlich- das ZIEL! Ein Blick auf die Uhr : 3:10:13h- Knapp drüber, aber egal!
Ich bin zufrieden mit dem Verlauf und bin happy, dass es vorbei ist. Etwas staksig im Geläuf, aber besser als nach manch anderem Marathon. Habe kaum den ersten Becher getrunken, da ist auch Dirk schon im Ziel. 3:13 Std. ! Er ist sehr zufrieden auch mit der starken Verbesserung.
Gratulation!
Fazit:
Ein solider Lauf im Rahmen meiner Möglichkeiten. Etwas mehr wäre dringewesen, wenn mir nicht zwischendurch die Gäule durchgegangen wären. Andererseits hat gerade dieser Zwischenspurt auch richtig Spaß gemacht. Am Ende des Laufes wäre der Fun-Faktor aber sicher noch größer gewesen. Daran lässt sich arbeiten.
Eine tolle Veranstaltung. Die Strecke, Organisation und gute Stimmung machen Lust auf Wiederholung. In 3 Wochen steht der nächste Marathon in Zeeland an. Dort werden wir dann als Dirk-Trio (Finkensiep-Spitz-Holstein) antreten. Ich freu mich drauf!