Tja, wo fang ich an, am besten Morgens. Diesemal keine Askese, kein konzeptionelles Marathontraining, keine "lockere" Woche vor dem Marathon.... also alles in allem, gute Zutaten dafuer nicht sehr erwartungsvoll und eher locker an den Start zu gehen. Der Blick auf's Wetter und der Radweg (ca. 7km) bis zum Start waren verlockend. Ach, eine lange Radtour wäre jetzt auch nicht schlecht, aber nein, heute wird gelaufen und hoffentlich was für's Marathonselbstbewusstsein getan. Der super Orga und die humane Gebühr kombiniert mit einer herrlichen Strecke sind wohl - zumindest in der näheren Umgebung - einmalig.
Vorm Start hat es mich dann noch sehr gefreut als ich mich gerade in der Waschkaue umzog, Thomas einmal laut meinen Namen rufen zu hören. Er wollte mich mit dem Rad begleiten, was mich sehr freute.
Noch knapp 20 min bis zu Start, draussen wird der Tau weniger und ich stehe da in meinen kurzen Klamotten und erblicke Verena, Christine und Eric, die mich anfeuern möchten. Sehr nett, zumal die Strecke nach den ersten, flachen 10km wieder hier vorbei geht. Nach dem Start setzten sich schnell 5 (oder so) Läufer vorne ab, aber ich hatte mir fest vorgenommen, erstmal im 4:15 Tempo zu rennen und so konnte ich mich die ersten 12 km gut mit Antje Möller (1. Frau) unterhalten. Später sorgte Thomas dann für das Entertainment neben der Natur. Mal wieder, hatte ich einige Magenprobleme, die sich aber glücklicherweise vor den Anstiegen ab 25 km erübrigt hatten. Als es dann hoch und runter ging war ich immer noch an 5 Position, konnte den 4. aber recht bald einholen. Die Anstiege merkte ich auch gut, konnte beim bergab Laufen, die Beine aber gut nach vorne schmeißen. Irgendwann war der teilweise über 3 min Vorsprung der eng beieinander laufenden drei Führenden deutlich kleiner geworden und einige Hügel kamen ja noch. So sammelte ich bei ungefähr 34km und kurz später den 3. und 2. ein. Nun konnte ich den 1. schon sehen und "zog" mich so ran. Unmittelbar nachdem es auf ein Abwärtspassage zur Burg Hardenstein ging konnte ich ihn überholen. Er gab mir noch netterweise die Hand und wünschte mir gute letzte Kilometer, was mich sehr freute und ich eine gute Geste finde.
Den Abstand konnte ich besonders auf den letzten, flachen drei Kilometer ausbauen, auch wenn ich nun das wenige Training sowohl muskulär und als auch konditionell merkte. Jetzt hieß es nochmal beißen und das Ding in sub-3Std. machen. Hat auch geklappt und ich hab meinen läuferischen Seelenfrieden wieder. Besonders gefreut hat's mich dann im Ziel nochmal, dass neben den "Startanfeurern" auch Julith und Oli vorbeikamen. Aber gerade Thomas war heute eine große Hilfe, auch wenn man letztlich das Laufen schon alleine machen muss. Ihm auf diesem Weg viel Spaß und Erfolg für den Baldeneysee-Marathon.
Klaus Eickel





